Praxis für klassische Homöopathie

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Frozen shoulder
Die adhäsive Gelenkentzündung

Die Frozen Shoulder (eingefrorene Schulter) ist eine adhäsive Kapsulitis, also eine anhaftende Gelenkentzündung.

Diese Erkrankung ist schmerzhaft, beeinträchtigt das Allgemeinbefinden. Sie ist gekennzeichnet durch fortschreitende Steifigkeit und den Verlust der aktiven und passiven Beweglichkeit der Schulter. Typischerweise tritt sie bei Menschen mittleren Alters auf, wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind im Verhältnis 1:1,4.

Gibt es Risikofaktoren für die Frozen shoulder?

Zu den Risikofaktoren zählen endokrine Störungen wie Diabetes + Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, mittleres Lebensalter, längere Ruhigstellung und vorangegangene Schulterverletzungen.

Die zwei Formen der Frozen shoulder

Es gibt zwei Formen der adhäsiven Kapsulitis – die primäre und die sekundäre Form.

Die primäre adhäsive Kapsulitis tritt ohne erkennbaren Auslöser auf (idiopathisch). Es wird vermutet, dass sie durch eine intrinsische (von innen kommende) Entzündung entsteht, die zu fibrotischen (krankhafte Vermehrung des Bindegewebes) Veränderungen innerhalb der Schultergelenkskapsel führt. Sie tritt häufig in Verbindung mit systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenerkrankungen auf. Dies lässt auf eine mögliche zugrunde liegende systemische Entzündungs- oder Autoimmunkomponente schließen, wobei bei Bestätigung letzterer Komponente die primäre dann der sekundären Form zugeordnet werden muss.

Die sekundäre adhäsive Kapsulitis entsteht durch ein äußeres Ereignis oder einen Zustand, der die Schulterbeweglichkeit direkt beeinträchtigt.

Häufige Ursachen sind:

Trauma: schwere Schulterverletzung, die zu einer Ruhigstellung führt

Operationen: Postoperative Komplikationen, bes. nach Schulter- /Brustwand-OP

Längere Ruhigstellung: Verlängerte Ruhigstellung nach Verletzungen oder OP

Diabetes mellitus: länger anhaltende Hyperglykämie

Schilddrüsenerkr.: hormonelle Ungleichgewichte mit evtl. verstärkter Immunreaktion

Die Pathophysiologie

Obwohl die genaue Pathophysiologie noch nicht vollständig geklärt ist, spielen Entzündung, Fibrose und Kontraktur der Schultergelenkkapsel eine Schlüsselrolle.

Die Pathophysiologie ist noch nicht vollständig geklärt. Bisher weiß man gesichter, sie beruht auf einem komplexen Zusammenspiel von Entzündung und Fibrose.

1. Entzündung führt zu Schmerz + Bewegungseinschränkungen

2. fibrotischen Veränderungen in der Gelenkkapsel, bes. im Rotatorenintervall, die eine Verdickung des Ligamentum coracohumerale und eine Kontraktion der Gelenkkapsel zur Folge haben.

Ein reduziertes Gelenkkapselvolumen und eine Verdickung der Synovialmembran sind bekannt. Die Fibrose wird durch verschiedene Zytokine und Wachstumsfaktoren ausgelöst die zur Rekrutierung von Fibroblasten und zur übermäßigen Kollagenablagerung beitragen und die Schulterbeweglichkeit einschränken.

Die Histologie

Histologie ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben, und damit ein Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.

In der klinischen Medizin wird mit Histologie der histologische Untersuchungsbefund bezeichnet, der nach einer optischen und mikroskopischen Gewebsuntersuchung erstellt und an den behandelnden Therapeuten zur Einsichtnahme und wieterführenden Diagnostik versandt wird.

Histologisch nachgewiesen ist eine Synovialhyperplasie, Angiogenese und schließlich Gelenkkapselfibrose. Dies führt zu einer tastbar verdickten + kontrahierten Gelenkkapsel. Die Pathophysiologie umfasst also sowohl Entzündung als auch Fibrose.

Die Arthroskopie

Eine Arthroskopie ist die Sichtung eines Gelenkes von innen mittels eines Endoskops.

Die Arthroskopie zeigt bei der Frozen shoulder:

1. Subakromiale Fibrose = Bindegewebsbildung und Verklebungen im subakromialen Raum, dadurch Bewegungseinschränkungen + Einklemmung der Schulterstrukturen.

2. Proliferative Synovitis: Die Gelenkkapsel zeigt übermäßiger Zellproliferation (schnelles Wachstum, Wucherung) und Entzündung auf.

3. Kapselverdickung (Synovialverdickung): Die Gelenkkapsel verdickt sich und vernarbt, was zu einer Steifheit des Schultergelenks und einer eingeschränkten Beweglichkeit führt.

Komplikationen einer Frozen shoulder

Es gibt auch Komplikationen.

Diese variieren je nach Krankheitsstadium und Behandlungsansatz.

Restschmerzen und Steifheit in der Schulter sind die häufigsten Probleme und bestehen oft auch nach Abklingen der Erkrankung weiter. Durch die Ruhigstellung wird die Schulter geschwächt und anfälliger für Folgeverletzungen wie Labrumrisse durch übermäßige Belastung des Schultergelenks. Auch bei chirurgischen Eingriffen zur Wiederherstellung der Beweglichkeit ist Vorsicht geboten, da die dabei einwirkende Kraft zu Oberarmbrüchen und Rupturen der Bizeps- oder Subscapularissehne führen kann. Und auch die Erkrankung selbst wie ihre Behandlung können Glenohumeralgelenksluxationen und Rotatorenmanschettenrisse zur Folge haben.

Die Therapie einer Frozen shoulder

Schulmedizinische Behandlung konzentriert sich auf Schmerzkontrolle, Physiotherapie und in therapieresistenten Fällen auf Kortikosteroidinjektionen oder operative Eingriffe wie die Kapselspaltung.

Alles in allem also keine so nette Erkrankung.

Da es sich bei dieser Erkrankung um ein entzündliches inneres Geschehen handelt, mit folgender Verdickung, Unterversorgung und Fibrosierung, also Zellwucherung, muss hier auch innerlich behandelt werden. Homöopathische Therapie ist bei diesem, wie bei sehr vielen entzündlichen Geschehen, die erste Wahl.