Ziert eine edle Kupferrinne Ihr Dach? Oder sind alle Ihre Armaturen im Bad aus seidig glänzendem Kupfer?
Kupfer ist ein Halbedelmetall. Das sieht und das merkt man. Nicht nur an Eleganz ist es kaum zu übertreffen, auch in seiner Funktion ist es äußerst vielseitig und in manchen Bereichen kaum zu ersetzen. Beides Gründe, warum es so ausgesprochen beliebt ist – in der Kunst und in der Wirtschaft.
Doch was hat das alles hier auf einer homöopathischen Internet-Seite zu suchen?
Im Außen ist Kupfer eines unserer wichtigsten Metalle und in unserem Inneren sind wir ohne Kupfer nicht überlebensfähig. Als Bestandteil und Aktivator vieler Enzyme und damit Stoffwechselprozesse, ist Leben ohne Kupfer nicht möglich. Weder für Menschen oder Tier, noch für Pflanzen.
Dies nur als kleine Einleitung.
Vorerst möchte ich Sie auf eine kleine Rundreise mitnehmen – in die Vergangenheit bis zur Jungsteinzeit, die Wirtschaft, Vulkanausbrüche, Elektroautos, Pyrotechnik, Krankenhaustürdrücker, Holzschutzmittel und vieles mehr. Haben Sie ein klein wenig Zeit und Interesse mitgebracht? Für dieses wundersame, uralte und so unglaublich vielseitige Halbedelmetall?
Dann lassen Sie uns unsere Reise in die urige Vergangenheit beginnen…
Kennen Sie aus dem Geschichtsunterricht noch die Epoche der Kupfersteinzeit oder auch Chalkolithikum oder Äneolithikum genannt, die das Ende der Steinzeit einläutete? In dieser Zeit wurde der Kupferbergbau eingeführt und grundlegende Techniken der Metallurgie erfunden. Es ist die Zeit, ca. 5000 bis 3000 Jahre v. Chr., in der Menschen stark vermehrt Kupfer handelten und verarbeiteten.
Schon vor über 10.000 Jahre nutzten Menschen und Kulturen Kupfer, z.B. in Anatolien. Frühe Kupferverhüttung ist bereits in der frühen Vinča-Kultur (Serbien, Westbulgarien) des späten 6. Jahrtausends v. Chr. nachgewiesen. In Mitteleuropa begann man erst um 5000 v. Chr. mit der Verarbeitung dieses Metalls. Und um 3.500 bis 3.000 v. Chr. arbeitete man schließlich auch im Alpenraum mit Kupfer.
An die Mecklenburger Seenplatte fand Kupfer um 3800 v. Chr. seinen Weg. Ausgrabungen im Zuge des Baus der A20 zeigen dies. Es wird angenommen, dass es über Fluss und Land aus dem nordalpinen und osteuropäischen Raum geliefert wurde.
Kupfer zählt neben Gold, Zinn und Silber zu den Metallen, das als eines der ersten von Menschen genutzt wurde.
An die Kreidezeit schloss sich die Bronzezeit an, in der Kupfer mit Zinn und Blei zu Bronze legiert wurde, was ein härteres Metall ergab.
Aus Kupfer und Zink wird übrigens Messing.
Es begann mit Schneidwerkzeugen und Speerspitzen, mit Schmuck, Gefäßen und Kochgeschirr… Ein wenig später pressten unsere Vorfahren Münzen aus diesem halbedlen Metall. Sehr viel später dann nutzten Kirche und Adel Kupfer als Abdeckung für Kirchtürme, Schloss- und Gutshausdächer, heroische Skulpturen und für Ess- und Kochgeschirr. Oder so wie hier auf dem Foto für Skulpturen und Dachbedeckungen im Kaiserreich China.
Zur Restauration historischer Gebäude, hier vor allem der Dächer, als Rohrleitungen, in der Kunst, als Dekorationsmittel – z.B. Lampen und Skulpturen, auch heute noch als Kochgeschirr, als Kessel in der Lebensmittel- (Schokolade, Käse, Marmelade), Alkohol- und Bierherstellung, als Armaturen, als elektrische Leitungen, bes. im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien z.B. für Windkraftgeneratoren, in Solarzellen, Stromspeichern, zukünftig wird sich erhöhter Bedarf für Wicklungen der Elektromotoren aus Elektroautos finden, Bremsleitungen bestehen aus Kupfer, in Akkus, als Kühlkörper und Wärmetauscher in elektronischen Geräten ist es äußerst wirksam gegen Überhitzung, in Batteriepacks zur Leistungssteigerung, in Türschlössern, Beschlägen, Musikinstrumenten, Münzen oder Glocken ist Kupfer heute noch genauso wichtig und beliebt wie vor 500 Jahren. Wir finden es als Farbstoff, in der Galvanik sowie Pyrotechnik, als Pflanzen- und Holzschutzmittel (auch im biologischen Anbau hier häufig genutzt), in Dünge- und Futtermitteln, um das Wachstum von Tieren und Pflanzen zu fördern.
Und gänzlich nicht wegzudenken ist Kupfer in der Kältetechnik und bildet hier die Funktionsbasis in Form von Rohrleitungen für alle Kältemittel, die jedem Discounter, jedem Supermarkt und jeder Gaststätte in Kühl- und Tiefkühlzellen, in jeglichen Kühltruhen und Kühlmöbeln, aus denen wir unsere Salate, unseren Käse und unsere Wurst- und Fleischsorten wählen, und auch jedem Endverbraucher in seinem kleinen überschaubaren Kühlschrank das Lagern und Frischhalten seiner Lebensmittel ermöglicht.
Eine fast unendliche Palette an Einsatzmöglichkeiten also.
Finden wir es irgendwo? Oder wird es hergestellt?
Nun brauchen wir ordentliche Arbeitshosen, einen dicken Spaten, kräftige Muskeln und Zeit oder Mut, denn…
…in der Natur ist Kupfer häufig in basaltischer Lava zu finden – als glänzende Nuggets oder in Dendriten, was bedeutet, dass es in der Erde lagert. Kupfer wird in Minen und Raffinerien abgebaut und ist häufig zusammen mit anderen Mineralien anzutreffen, weshalb diese auch sekundäre Kupfermineralien genannt werden: Bornit, Chalkosin, Cornwallit, Cuprit, Azurit und Malachit sowie Tenorit.
Weitere Minerale, mit denen Kupfer zusammen gefunden werden kann, sind: Calcit, Klinoklas, Prehnit, Pumpellyit, Quarz und Silber.
Die Größten Vorkommen finden sich in Chile, Australien und Russland.
Insgesamt verfügt die Erde derzeit über 890 Millionen Tonnen Kupferreserven und 2.100 Millionen Tonnen schlummern noch an bekannten Stellen als Ressourcen. Doch man vermutet unentdeckte Ressourcen, die auf rund 3,5 Milliarden Tonnen geschätzt werden.
Dies hört sich enorm an, ist es aber nicht. Bliebe die weltweite Förderung des Metalls auf dem Niveau des Jahres 2021, wären diese Reserven in etwa 42 Jahre verbraucht und die Ressourcen in 100 Jahre komplett erschöpft.
Auch in Deutschland schlummert dieser wertvolle Schatz unter der Erde – in der Lausitz und in Südthüringen. In 700 Metern Tiefe lagern unsere Vorkommen, den Berechnungen zufolge sogar über 1,5 Millionen Tonnen. Doch so gigantisch diese Menge sich auch anhören mag, die Nachfrage weltweit liegt bei ca. 46 Millionen Tonnen jährlich…
Das Positive: Kupfer kann gut recycelt werden sogar zu 100% – ohne Qualitätsverlust. Allerdings liegt die Recyclingquote derzeit weltweit nur bei 50%. Hier finden sich somit die größten Ressourcen. Ein in sich geschlossenes Verarbeitungs- und Recycling-System würde den Abbau enorm reduzieren und unsere Ressourcen stark erhöhen.
Leider denken wir trotz der Reduktion an Ressourcen auch auf anderen Gebieten häufig mehr an Gewinnmaximierung als an ein Gleichgewicht zwischen Gewinnmaximierung und Ressourcenschonung und somit vorwiegend ans Hier und Jetzt. Ein Umdenken in ressourcensparende, lebenserhaltende Wiederverwendungstechnologien, damit auch unsere Ur-ur-ur-ur-ur-Enkel/innen (Dieses etwas unübliche Wort habe ich bewusst gewählt, damit wir die Nähe dessen wahrnehmen, mit der es auch uns selbst betrifft.) ähnlich gut leben können wie wir, das findet nach wie vor sehr langsam statt.
Nun haben wir viel gelesen, wie toll Kupfer ist, was es alles kann, seit wann wir es schon nutzen, wo wir es her bekommen… Möchten Sie nun erfahren, was Abbau und Bearbeitung dieses sehr samtig glänzenden und für uns und unsere Umwelt so wichtigen Metalls auch bedeutet?
Dann lesen Sie hier:
großflächige Stilllegung eines Gebietes, das folgend nicht mehr anderweitig genutzt werden kann, z.B. Ackerbau, Forstwirtschaft oder Wohnfläche…
Schwermetallabwässer, die mit viel Aufwand und Flächenverlust in Abraumbecken zurückgehalten werden müssen und manchmal bei Unfällen und unsachgemäßer Handhabung ins Grundwasser gelangen,
Luftverschmutzung durch Staubpartikel – abraum- und verarbeitungsbedingt,
Freisetzung von Schwefeldioxid, welches bei der Raffination von Kupfer entsteht,
eine große Menge Energie für die Verarbeitung von Kupfer
Ganz sicher gibt es noch mehr, was hier aufgezählt werden müsste. Ich denke, dies reicht jedoch vorerst, um zu verstehen, dass der Abbau und die Verarbeitung von Kupfer eben auch Schattenseiten hat, wie fast alles, was uns auch Vorteile und Nutzen bringt.
Hier wäre es sinnvoll, Ingenieure, Chemiker und Physiker dafür zu engagieren, Technologien zu entwickeln, diesen Schwermetall-Schlick und die Abraumlöcher aus dem Abbau zu renaturieren, wie auch das Schwefeldioxid gewinnbringend und sinnstiftend anderweitig zu nutzen.
Kupfer ist ein recht weiches Metall. Es gehört zu den Halbedelmetallen.
Es hat zahlreiche positive Eigenschaften, es leitet Wärme fast genauso gut wie Elektrizität, es wird bei tiefen Temperaturen nicht spröde, es ist formbar, säurebeständig und widerstandsfähig gegen Schwingungen und korrodiert durch seine schützende Patina kaum, weshalb es so gerne und vielfältig eingesetzt wird.
Kupfer ist orange-rötlich und hat einen edel schimmernden Glanz
Ursprünglich hieß Kupfer Cyprium, was übersetzt bedeutet „Erz von Zypern“. In Zypern wurde es somit vermutlich das erste Mal abgebaut und erhielt seinen Namen. Aus Cyprium wurde dann im Lateinischen das Cuprum metallicum.
Unsere kleine Reise ist hier beendet.
Nun kommt das, worum es uns eigentlich geht – unser Körper mit all seinen Funktionen. Folgend steigen wir tiefer ein – nicht in die Zeit, nicht in die Erde, sondern in unseren Organismus. Die interessanteste und spannendste Reise von allen.
Doch wer hätte es gedacht, Kupfer finden wir im Blut nur in einer fast verschwindend geringen Menge und doch nutzen wir genau dies für Labormessungen und Diagnostik. Doch dazu später mehr.
Beginnen wir mit einer kleinen…
Kupfer ist ein Antioxidans und schützt unsere Körperzellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale. Kupfer schützt auch Immun- und Nervensystem. Und es hilft, einen normalen Energiestoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Unser Körper kann Kupfer nicht selbst herstellen, er muss es über Lebensmittel und Trinkwasser aufnehmen.
Im Blut verteilt sich Kupfer zu 61 % auf das Plasma (der flüssige Anteil) , zu 31 % auf Erythrozyten und zu 8 % auf Thrombo- und Leukozyten.
Kupfer unterliegt einer ausgeprägten homöostatischen Regulierung, also eines streng kontrollierten Gleichgewichts, was die Wichtigkeit und die Intensität der möglichen Schädlichkeit dieses Minerals für den Organismus gleichermaßen anzeigt.
Wie bereits oben erwähnt, ist Kupfer ein metallisches Spurenelement und ein essentielles, also ein lebensnotwendiges für Mensch, Tier und Pflanze. Für viele Mikroorganismen ist es jedoch bereits in sehr geringen Konzentrationen schädlich.
Kupfer ist mit einem Körper-Bestand von 80-100 Milligramm nach Eisen und Zink das dritthäufigste Spurenmetall im Organismus. Sein Gehalt im menschlichen Körper ist etwa 10x geringer als der von Eisen. Und nur 6 % des gesamten Kupfer-Bestandes sind im Blutserum enthalten. Von diesen 6 % sind 80 – 95 % gebunden an Caeruloplasmin.
Kupfer wird im Magen und proximalen Jejunum (Teil des Dünndarms) resorbiert (aufgenommen) und an Albumin oder Transcuprein (Transportprotein für Kupfer im Blutplasma) gebunden zur Leber transportiert. In der Leber wird Kupfer in einer Menge von etwa 10-15 mg gespeichert. Kupfer kann von der Leber aus an das spezifische Transportprotein Coeruloplasmin gebunden wieder ins Blut abgegeben werden. Nur ein sehr geringer Teil des Kupfers liegt im Blutserum als „freies“ Kupfer vor.
Föten und Säuglinge weisen eine veränderte Kupfer-Verteilung als Erwachsene auf. Zur Geburt entfällt die Hälfte des Körperbestandes auf Leber und Milz. Die Kupfer-Konzentration der Leber von Neugeborenen ist im Gegensatz zum Erwachsenen um das 3-10-fache erhöht. Das ist physiologisch normal und gewollt, denn diese Menge benötigt der Säugling zum Wachstum – geistig wie auch körperlich. Hätte er diese Reserven nicht, käme er in einen Mangel, was gravierende Folgen näch sich zöge bis hin zu geistiger Retardierung und Wachstumsstörungen.
Die Ausscheidung von Kupfer erfolgt überwiegend über die Galle, nur 1 bis 3% werden über die Niere ausgeschieden.
Die tägliche Kupferzufuhr über die Nahrung beträgt vom abgestillten Kleinkind bis ins hohe Alter ca. 2-5 mg. Davon werden nur ca. 0,5 bis 2 mg über den Darm ins Blut aufgenommen.
Welches besonders kupferreiche Nahrungsmittel sind, erfahren Sie weiter unten.
Nicht nur die Aufnahme von Kupfer über die Nahrung ist für den Organismus essentiell, sondern auch die Ausscheidung ist eine wichtige Regulationsgröße für die Aufrechterhaltung des Kupfer-Gleichgewichts in unserem Körper. Kupferüberschuss wird zu ca. 80 % über die Galle mit dem Stuhl ausgeschieden und nur 2 – 4 % über die Niere mit dem Urin. Besteht eine Nierenerkrankung mit einem Defekt der Nierenkanälchen, die den Harn filtern und Bestandteile aus diesem wieder in den Körper zurückresorbieren – dies kann z.B. bei und nach einer Glomerulonephritis (Entzündung des Nierengewebes in dem Teil, in dem der Harn gefiltert wird) der Fall sein – dann kann es zu erhöhten Verlusten auch von Kupfer über den Harn kommen. Ein sehr geringer Anteil Kupfer wird über die Haut ausgeschieden. Und ein sehr geringer Anteil Kupfer wird auf dem Weg von der Galle zum Anus im Darm wieder in den Blutkreislauf zurückresorbiert.
Was weiß der Laie nun von Kupfer? Wenn er überhaupt schon von Kupfer im Zusammenhang mit dem Körper gehört hat, dann meist von der Kupfervergiftung. Doch dazu später mehr.
Jetzt kommen wir erst einmal zu den lebenswichtigen Funktionen, die ohne unsere Kupferaufnahme nicht funktionieren würden:
Kupfer ist Bestandteil einer Reihe von Enzymsystemen und bewirkt auf diese Weise z.B.:
Enzym Lysyloxidase – Bildung von Bindegewebe = Vernetzung von Kollagen und Elastin
Eisenstoffwechsel: Enzym Caeruloplasmin – lädt Eisen auf Transferrin; Enzym Hephastein – Eisen- und Kupfertransport
direkter Einfluss auf Gerinnungsfaktoren V und VIII
Abbau von Harnsäure
Blutbildung und Differenzierung verschiedener Blutzellen
Fettstoffwechsel – ein Mangel führt zu Übergewicht und hohem Cholesterin
Informationsaustausch zwischen den Körperzellen
unterstützt die Bildung und Aktivität von Immunzellen
Bestandteil der Cytochrom-c-Oxidase – an der Energieproduktion in den Mitochondrien, den „Kraftwerken“ unserer Zellen, beteiligt
Wachstum und Entwicklung allg.
Neubildung von Blutgefäßen
Synthese und den Stoffwechsel von Hormonen und Neurotransmittern (oben schon einiges erläutert)
Durch eine ausreichende Versorgung mit Kupfer können sich die Nervenbahnen vollständig und gesund entwickeln, was zur Verbesserung kognitiver Funktionen führt,
Erhalt der Myelinscheide, die lipidreiche Schicht, die die Nerven umgibt und eine schnellere Erregungsleitung ermöglicht
als Co-Faktor die Synthese von Neurotrasmittern wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Tyramin und Histamin
beteiligt an der enzymatischen Inhibierung (Hemmung) der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Tyramin und Histamin im synaptischen Spalt, was die Reduktion von Erregung bewirkt.
Einfluss auf die Atmungskette. Hier für den Sauerstoffverbrauch zuständig und dafür, dass beim O2-Verbrauchsprozess keine unvollständig reduzierten Zwischenprodukte wie Wasserstoff, Hydroxylradikale oder freie Radikale entstehen können. Somit schützt Kupfer unsere Zellen vor freien Radikalen und somit oxidativem Stress.
körperliche Belastung,
UV-Strahlung,
Infektionen…
zum Problem für unsere Zellen und somit für uns werden. Es kann also zu einer Reduktion der Energie auf jeder Ebene und in jedem Organsystem kommen. Superoxid-Anionen, also freie Radikale, entstehen ständig in unserem Körper durch die Aufnahme von Toxinen (Pestizide, Schwermetalle, Alkohol, Tabakrauch, Luftverschmutzung…)
Viele Menschen sollen von einem Mangel an Superoxid-Dismutase betroffen sein. Die Gründe dafür können sein:
eine zu geringe Produktion
ein zu hoher Verbrauch oder
beides gleichzeitig
Es ist doch erstaunlich, wie sehr alles in unserem Organismus zusammenhängt. Was ein bisschen hübsch glänzendes Metall doch in uns bewirken kann und vor allem, was nicht, wenn es nicht in ausreichender Menge vorhanden ist.
Ganz einfach ausgedrückt: Fehlt Kupfer dauerhaft, sterben wir, weil kaum einer unserer körperinternen Vorgänge, ganz besonders die überlebensnotwenigen, mehr stattfinden kann.
So wie die Versorgung unseres Organismus vom Blutfluss und allen damit verbundenen Funktionen abhängt, so steuern und regulieren folgend unsere Nerven und ihre Verbindungen jegliche Vorgänge in unserem Organismus.
Damit die Nerven ihre Informationen schnellstmöglich ans Zielorgan leiten und verarbeiten können, bedarf es des synaptischen Spalts und der Myelinscheiden… Beide sind vom Kupfer abhängig.
Im synaptischen Spalt z.B. ist Kupfer beteiligt an der Synthese (Bildung) wie auch Inhibierung (Hemmung) der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Tyramin und Histamin. Ein Zuviel an Hemmung kann in der Depression, ein Zuviel an Bildung und Aktivierung kann im ADHS enden.
Allein über die Funktionen und Auswirkungen eines Mangels oder Überschusses an Serotonin ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Deshalb nur kurz eine kleine Zusammenfassung:
Serotonin ist Gewebshormon und Neurotransmitter. Wir finden es im ZNS, im Nervensystem des Darms, im Herz-Kreislauf-System und im Blut in den Thrombozyten. Serotonin hat auch Einfluss auf unsere Knochen und unseren Blutdruck. Bei letzterem reguliert er die Spannung der Blutgefäße. Es wirkt außerdem auf die Magen-Darm-Tätigkeit und die Signalübertragung im Zentralnervensystem. Serotonin steuert unsere Körpertemperatur, beeinflusst als Neurotransmitter im Gehirn unser Schmerzempfinden, den Schlaf-Wach-Rhythmus, unser Sexualverhalten, unsere Stimmung sowie unser Essverhalten über das Sättigungsgefühl. Es wird auch mit Gedächtnis und Lernen in Verbindung gebracht.
90% unseres gesamten Serotonins sollen sich in der Darmschleimhaut und nur 10% im peripheren Nervensystem und ZNS befinden. Da ein Mangel an Serotonin Angstzustände auslösen kann, wäre nun erklärt, weshalb die meisten Menschen Angst im Bauch oder Magenbereich spüren und nicht im Kopf.
Ein Mangel an Serotonin kann zu Depressionen, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, zwanghaftem Verhalten, Migräne und vielem mehr führen.
Und natürlich ist die ausreichende Bildung von Serotonin auch noch vom Vorhandensein vieler weiterer Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren abhängig.
Serotonin hier also als Beispiel einmal ganz knapp zusammengefasst, um aufzuzeigen, an wie enorm vielen und welchen Zuständen und Funktionen in unserem Organismus Kupfer durch die Beteiligung der Synthese und Inhibierung dieses einen einzigen Hormons alles beteiligt ist.
Viele Menschen sollen von einem Mangel an SOD betroffen sein. Das ist nicht gut, denn die SOD ist ein vom Körper selbst gebildetes Antioxidans. Ist hiervon nicht genug vorhanden, kann dies zum Problem werden bei:
Es kann sich ein Energiemangel in jedem Organsystem zeigen. Denn die Aufgabe der SOD ist es, Superoxid-Anionen (freie Radikale), die durch die Aufnahme von Toxinen (Pestizide, Schwermetalle, Alkohol, Tabakrauch, Luftverschmutzung…) in unseren Körper entstehen, zu reduzieren.
Die häufigsten Gründe für die Mangelbildung sind:
Gesundheitliche Folgen eines SOD-Mangels:
Wichtig hier: Nicht alle Superoxidase-Dismutasen sind von Kupfer abhängig, andere benötigen Mangan, wieder andere Zink.
Wichtig auch: Nehmen Sie zuviel Zink zu sich, egal ob durch Nahrung oder Nahrungergänzung, reduziert der Körper selbstständig die Aufnahme von Kupfer im Darm. So kann es passieren, dass Sie sich selbst, ungewollt und unbewusst, in einen Kupfermangel hinein manövrieren.
Zink ist wichtig, dies steht außer Frage. Doch wieviel an Ergänzung zur täglichen Ernährung ist hier tatsächlich sinnvoll? Und in welchem Verhältnis muss dies zu anderen Ergänzungen stehen?
Dazu weiter unten mehr: Kupfer in Lebensmitteln.
Frühchen brauchen mehr Kupfer als voll ausgetragene Säuglinge. Der Grund: Ein Kupfervorrat wird in der Leber beim Ungeborenen erst im letzten Drittel der Schwangerschaft angelegt. Somit ist der Speicher eines Frühchens recht klein und sehr viel schneller verbraucht. Warum? Einem Frühchen fehlt die Zeit bis zum regulären Geburtstermin an Speicherauffüllung. Hinzu kommt, dass es außerhalb des Mutterleibes und somit ohne deren Kupfervorräte rasant an Größe und Gewicht zunimmt. Für den Gewebeaufbau und die geleistete Arbeit benötigt es viel Kupfer.
Ohne Kupfer keine Pigmentierung. Melanin ist ein dunkles Pigment. Es produziert nicht nur die Altersflecken älterer Menschen, sondern auch die Farbe unserer gesamten Hautoberfläche, unseres Haars und unserer Iris. An der Bildung dieser Farbstoffe ist ein Enzym beteiligt, welches Kupfer-Ionen benötigt.
Der Kupfergehalt der Muttermilch nimmt in den ersten sechs Monaten nach der Geburt kontinuierlich um 2/3 ab. Warum? Der Säugling wächst prozentual in den ersten 6 Monaten am schnellsten und nimmt am meisten Gewicht zu, benötigt in dieser Zeit also am meisten Kupfer. Wachstums- und Gewichtstabelle für Säuglinge und Kleinkinder: https://www.apollohospitals.com/de/health-library/baby-girl-growth-chart
Da Kupfer für unseren Organismus und seine Funktionen so entscheidend und lebenswichtig ist. wird es auch in jedem einzelnen unserer Organe gespeichert.
Wichtig für therapeutische Belange ist hier nicht die prozentuale Menge des jeweiligen Organs im Verhältnis zur Gesamtmenge im Organismus, sondern die prozentuale Aufteilung im Verhältnis zur Größe des jeweiligen Organs. Wenn also die Muskulatur, von der wir ja sehr viel besitzen, 40 % speichert, ist dies nicht so gravierend, als wenn die kleine Leber mit 15% bedient wird. Die Kupfer-Konzentration in der Leber ist somit eine andere als in der Muskulatur und somit auch deren Auswirkungen.
in Kaseln und Ampullen zur Einnahme und Injektion bei Mangelzuständen. In Kapselform finden Kupferpräparate selbstverständlich auch in der Heilpraktiker-Praxis Anwendung.
Desinfektionsmittel als Spüllösung für Augen und Rachen
Empfängnisverhütung durch Kupfer-Spiralen
die Kupferionen schränken die Beweglichkeit von Spermien in der Gebärmutter stark ein, so ist ein Gelangen zur und Eindringen in die Eizelle nicht möglich
die Kupferionen verändern die Gebärmutterschleimhaut und verhindern die Einnistung der Eizelle
Kupferoberflächen, bisher eingesetzt an Türgriffen und Lichtschaltern in Krankenhäusern für Studienzwecke. Es wurde festgestellt: Die große Mehrheit aller Krankheitserreger (Viren, Pilze), auch multiresistente Bakterien, sterben innerhalb weniger Minuten ab, die sich auf Edelstahl, Aluminium und Plastik einige Tage lang halten. Nur allein durch das Anbringen von Kupferobflächen wurde eine Reduktion der Infektionsgefahr um 40 % erreicht. Kupfer ist auch für Bakterien in sehr geringen Mengen ein lebenswichtiges Spurenelement. Auf den Oberflächen werden die Bakterien allerdings regelrecht mit Kupfer-Ionen überflutet, sodass sie mit ihren normalen Abwehrmaßnahmen dagegen nicht mehr ankommen.
Interessant ist, dass bereits seit Mitte der 1960er Jahre bekannt ist, dass bei Infekten jeglicher Art der Kupferspiegel im Serum ansteigt, einerseits für die vielfältigen Enzymaktivitäten des Immunsystems und für die Bildung von Antikörpern, andererseits als freie Radikale-Fänger, also für den Toxinabbau. Und, Kupfer geht auch gezielt selbst gegen z.B. Bakterien an. 2013 konnte man an der Universität des Saarlandes noch nicht nachweisen, wie genau dies geschieht, jedoch dass. Man konnte nachweisen, dass sich im Inneren von getöteten Bakterien unter dem Elektronenmikroskop Kupferionen befinden. Wie das Kupfer ins Innere der Zellen gelangt, war 2013 noch unklar, ebenso, wie der zerstörerische Prozess bei Bakterien ausgelöst wird. Man vermutet, dass komplexe elektrochemische Prozesse zwischen Kupferplatte und Keimen auf der Oberfläche eine Rolle spielen, die erst die Hülle der Bakterien zerstören, um folgend ins innere einzudringen.
Wir nehmen einen kleinen Umweg raus aus dem Organismus auf Haut und Haar:
in Seren, Cremes und Reinigungsgelen und Shampoos als Kupfergluconat, KupferPCA und Kupferpeptide. Auf diese Weise sollen fettige und Mischhaut reguliert werden und Entzündungen durch die antibakteriellen Eigenschaften verhindert werden. In Shampoos soll es neben der fettigen Haut eine Stärkung des Haarwachstums und Vorbeugung des Haarausfalls bewirken
Kupferpeptide haben in Studien eine positive Wirkung auf die Hauterschlaffung gezeigt. Sie wirken insbesondere durch die Stimulierung der Kollagen- und Elastinsynthese durch Fibroblasten
Wieder runter von Haut und Haar und zurück in unseren Organismus. Zum Thema „Tagesbedarf von Kupfer“ gibt es viele Ratgeber und noch viel mehr kupferhaltige Nahrungsergänzungsmittel.
Weiter vorn habe ich erwähnt, dass die deutsche Bevölkerung im Allgemeinen gut und ausreichend mit Kupfer versorgt sein soll. Bereits 30g Cashewkerne (eine Hand voll) und 75 g Haferflocken und Kichererbsen können den Tagesbedarf eines Erwachsenen mit normalen körperlichen oder geistigen Belastungen decken.
Interessanter als der Tagesbedarf ist die Bioverfügbarkeit von Kupfer aus der Nahrung. Die Aufnahme von Kupfer aus dem Nahrungsbrei im Darm kann von der Anwesenheit anderer Mineralstoffe und Komplexbildnern abhängen.
Fangen wir bei den Säuglingen an. Wie oben schon erwähnt, benötigen sie gerade in den ersten 6 Moanten sehr viel mehr Kupfer, um gut zu gedeihen. Konkret in Zahlen ausgedrückt, sind dies tgl. 75 Mikrogramm Kupfer/kg Körpergewicht.
Kinder im Alter von 7 – 10 Jahren decken ihren Tagesbedarf bereits mit 40 Mikrogramm/kg und Erwachsene benötigen nur noch 20 Mikrogramm/kg am Tag Kupfer.
Um diesen Bestand aufrecht zu erhalten, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Zufuhr von 1 bis 1,5 mg Kupfer pro Tag. Die WHO dagegen ist ein wenig konkreter und vorsichtiger und rät zu einer täglichen Kupferzufuhr von 1,2 bis 1,3 mg.
Doch selbst wenn wir die ideale Menge Kupfer täglich zu uns nehmen, können wir unter ganz speziellen Bedingungen einen Kupfermangel entwickeln.
Ein Kupfermangel kommt, wie oben schon erwähnt, eher selten vor. Verursacht kann er werden:
durch Aufnahmehemmung:
Zink – bei Nahrungsergänzungsmitteln: idealerweise Zink und Kupfer in einem Verhältnis von 10:1 bis 15:1
Molybdän
Eisen
Cadmium
durch Erkrankungen des Darmes, die eine Aufnahmestörung zur Folge haben:
Morbus Crohn
Zöliakie
Mukoviszidose
Menkes-Syndrom (angeborene Aufnahmestörung des Darms, genetische Störung, Mutationen im intrazellulären Kupfertransporter-ATP7A-Gen ,wird X-chromosomal-rezessiv vererbt = betrifft hauptsächlich Männer, Frauen „nur“ Trägerinnen)
Okzipitalhorn-Syndrom (OHS)
Unterernährung, z.B. Malabsorption, auch Anorexie und Bulimie
durch Wechselwirkung mit folgenden Medikamenten:
Allopurinol chelatisiert Kupfer und führt bei längerer Einnahme zu Kupfermangel. Nehmen Sie kein zusätzliches Kupfer ein, wenn Allopurinol bei einer Koronararterienbypass-Operation verabreicht wird (hier soll die Kupferchelatisierung das Herz schützen).
Antiepileptika wie Valproinsäure, langfristige Einnahme
Magensäurehemmer und Magensäurebinder, wie Famotidin, H2-Antagonisten, Antazida (Kupferpräparate mindestens 2 Stunden vor oder nach Einnahme des Hemmers oder Binders)
Ethambutol chelatisiert Kupfer, Folge bedingt durch den Kupfermangel = Optikusneuropathie (Kupferpräparate mindestens 2 Stunden vor oder nach Einnahme von Ehambutol)
Fibrate wie Clofibrat können den Kupferstoffwechsel beschleunigen und den Kupferstatus dadurch senken (Kupfer-Einnahme hier hilfreich)
Cimetidin kann den Kupferstatus senken (Kupfer-Einnahme hier hilfreich)
durch Erhöhung der Kupferausscheidung:
Einnahme/Vergiftungen von/mit Blei oder Zinn
durch Erhöhung der Enzymaktivität
durch hohe Vitamin C-Zufuhr
Nicht grundsätzlich also hat die erhöhte bzw. zusätzliche Aufnahme von Vitamin C (und/oder Zink) positive Auswirkungen auf unseren Organismus.
langfristige parenterale Ernährung
Ganz vorweg: Ein Kupfermangel ist selten und meist die Folge unzureichender Zufuhr, erhöhten Bedarfs, von Kupferverlusten, gestörter Absorption oder der Interaktion, z. B. mit Zink, Eisen oder Chelatbildnern, oder dem Vorliegen von genetischen Defekten.
Typische Mangelerscheinungen sind die hypochrome Anämie bei Kindern durch eine Störung der Produktion der roten Blutkörperchen (gestörte Erythropoese), Störungen in der Cholesterin- sowie in der Elastin- und Kollagensynthese, wodurch Gefäßschäden und Osteoporose enstehen, oder Pigmentstörungen, wie beim Menkes-Syndrom, bei der „kinky hair disease“ oder Albinismus.
Kupfermangel kann eine Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen mehr verursachen, wie:
Anämie, ganz besonders dann, wenn sie durch Eisengaben nicht beeinflussbar ist
auch Neutropenie, Leukopenie oder Panzytopenie möglich
Polyneuropathie
Optikusneuropathie
Herzrhythmusstörungen
Anstieg des Cholesterin- und Triglyceridspiegels
Müdigkeit
Hypotonie
Hypothermie
Wachstumsverzögerung
verminderte Widerstandskraft
schlechte Qualität der Blutgefäße
verminderte Kollagen- und Elastinsynthese
Osteoporose
Depigmentierung der Haut (Vitiligo)
Atherosklerose
Aneurysma (durch degenerative Veränderungen im Elastin der Aorta)
Herzrhythmusstörungen
Magengeschwür
Dekubitus
rheumatoide Arthritis, Arthrose/Osteoarthritis
Hypoglykämie
gestörte Keratinisierung und Pigmentierung der Haare
Osteopenie
geistiger Abbau
niedriger Dopaminspiegel, mit der Folge von Antriebslosigkeit, mangelnder Motivation und schlechter Konzentration
Müdigkeit
Muskelschwäche
eingeschränkte Muskelkoordination (häufiges Fallenlassen von Gegenständen oder falsches Treten und Umknicken…)
Reizbarkeit, Verwirrung
Depression
Und was hat Kupfermangel mit Anämie zu tun?
Kupfer ist wichtig für die Eisenaufnahme sowie die Synthese und Funktion von Hämoglobin. Kupfer ist, wie wir bereits erfahren haben an vielen Enzymaktivitäten und Transportvorgängen beteiligt. Kupfermangel kann somit zu niedrigen Hämoglobinwerten, trotz eines ausreichenden Vitamin B12-Gehaltes, zu Eisenmangel und Anämie führen.
Das Menkes-Syndrom ist eine angeborene, genetisch bedingte Stoffwechselstörung, die X-chromosomal-rezessiv vererbt wird. Dies bedeutet, dass am Menkes-Syndrom nur Jungs erkranken und Mädchen bzw. Frauen Trägerinnen des Gens sein können. Hier findet sich eine Mutationen im ATP7A Gen, welches für den Kupfertransport im Körper verantwortlich ist. Das Menkes-Syndrom führt zu einem Kupfermangel in verschiedenen Geweben, ganz besonders im Gehirn. Folgend entstehen eine Reihe neurologischer und körperlicher Symptome.
Die Menkes-Krankheit tritt typischerweise im Säuglingsalter auf, häufig im Alter zwischen 2 und 3 Monaten zeigen sich typische Symptome.
Zusätzlich zu den allgemeinen Symptomen eines Kupfermangels finden sich beim Menkes-Syndrom ganz spezifische Symptome, wie:
Durchfall
Erbrechen
Minderwuchs, Gedeihstörung, kleiner als Altersgenossen
Entwicklungsverzögerungen beim Kind, wie Verzögerungen beim Erreichen von Entwicklungsmeilensteinen – Sitzen, Krabbeln, Laufen, Sprechen
auffällig schütteres Haar, äußerst brüchig mit korkenzieherartiger Kräuselung
Unterkühlung: Säuglinge haben Schwierigkeiten, ihre Körpertemperatur zu regulieren.
Verhaltensprobleme: Bei manchen Kindern können Reizbarkeit und Hyperaktivität usw. auftreten.
erhöhtes Infektionsrisiko aufgrund einer beeinträchtigten Immunfunktion.
grau oder silber erscheinendes Haar
schwere neurologische Symptome
Aneurysmen
Apathie
Hypotonie
zu hoher Bilirubin-Wert
generalisierte Anfälle
pastöse, schlaffe Haut
volle Wangen
eingesunkene Nasenwurzel
Epikanthus medialis (sichelförmige Hautfalte am inneren Randwinkel des Auges = Chinesen/Mongolen-Augen)
Osteoporose
Metaphyseale Auftreibungen (zwischen dem Kopf und dem Hals von Röhrenknochen)
EEG-Veränderungen mit multifokalen Spikes und Hypsarrhythmien
Mikrocephalie (kleiner Kopf)
VEP und AEP auffällig (Sehen und Hören vermindert)
im Augenhintergrund Tortuositas vasorum (Schlängelung der Netzhautgefäße)
Gefäße von Gehirn, Eingeweiden und Weichteilen korkenzieherartig geschlängelt
Subduralblutungen (Einblutung zwischen zwei Hirnhäute)
Häufige Harnwegsinfektionen
Nabelhernien
neurologische Probleme, wie Krampfanfälle (lebensbedrohliche), Hypotonie, verminderter Muskeltonus, geistige Behinderung
Defizite der motorischen Fähigkeiten
Der Schwere- und Ausprägungsgrad des Menkes-Syndroms kann sehr unterschiedlich sein und kann sich von geringem Minderwuchs bis hin zu schwerer geistiger und körperlicher Retardierung zeigen.
Um einen Verdacht auf Kupfermangel zu bestätigen, bestimmen Sie im Vollblut den Kupferwert und im Serum das Coeruloplasmin. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass beide Parameter erst einen niedrigen Wert zeigen, wenn ein ausgeprägter Kupfermangel vorliegt. Das liegt an der Homöostase, also der Fähigkeit des Körpers umzuverteilen und auszugleichen. Und es gibt noch einen weiteren Laborwert, der jedoch auch erst bei ausgeprägtem Mangel reagiert:
Superoxiddismutase (SOD) in den Erythrozyten
Beim Menkes-Syndrom hat der Therapeut in der Diagnostik gleich mehrere Möglichkeiten zwischen denen er wählen kann:
Kupfer- und Coeruloplasminspiegel: Test im Vollblut (Kupfer) und im Serum. Wichtig hier, beide Werte reagieren erst bei ausgeprägtem Kupfermangel.
Gentest = die Bestätigungsdiagnostik des Verdachts – der Test auf Mutationen im ATP7A Gen
Haaranalyse: Haarprobe auf Kupfergehalt (Personen mit Menkes-Syndrom weisen oft auch im Haar einen niedrigen Kupfergehalt auf)
Ein Zuviel in unserem Organismus an Kupfer finden wir eher selten. Die Gründe dafür sind einerseits der doch gute Verbrauch an Kupfer für viele Prozesse im Organismus und auch das nicht überhöhte Angebot in der Nahrung.
Ursachen, die jedoch trotzdem zu einem Kupfer-Überschuss in unserem Körper führen können, sind:
Einnahme von Hormonen bei Frauen, bes. Progestagene
früher auch Arbeiten im Weinanbau + Umgang dort mit Pestiziden (Bordeaux-Mischung enthält Kupfersulfat)
Weitere mögliche Ursachen, die jedoch meist unspezifisch und nur begrenzt verwertbar sind:
akute und chronische Infektionen
verschiedene Tumore
schwere Leber- und Pankreasschädigungen
Galleabflussstörungen
Herz-Kreislauf-Krankheiten
Herzinfarkt
Stress
Schock
erhöhte Zufuhr
Serumkupfer ist in der Schwangerschaft physiologisch und bei Therapie mit Estrogenen oder hormonellen Kontrazeptiva unphysiologisch etwa zweifach erhöht.
Die Symptome sind so unspezifisch und gleichen einem typischen Magen-Darm-Infekt oder einer leichten Lebensmittelvergiftung so stark, dass Sie sicher in einem solchen Fall als letztes, wenn überhaupt je, an ein Zuviel an Kupfer in Ihrem Organismus denken werden:
Übelkeit
Erbrechen
Durchfall
Erst, wenn diese Symptome trotz Diät nicht verschwinden, werden Sie weiter diagnostizieren lassen.
Wissen sollten Sie, dass die Einnahme von zu viel Kupfer, je nach Einnahme-Menge, zu folgendem führen kann:
Zum Glück kommen Fälle mit Kupfer-Überdosierung oder -Vergiftung heute fast nicht mehr vor. Der Mensch hat gelernt. Doch hier einige Beispiele aus der Vergangenheit mit gravierenden Folgen, die bei unsachgemäßem Umgang mit Kupfer passieren können (Triggerwarnung! Bitte nicht lesen, wenn Sie zarte Nerven haben.):
In Indien verursachte Milch, die in kupferhaltigen Gefäßen aufbewahrt worden war und deren Kupfergehalt dadurch stark angestiegen war, bei Säuglingen in den 70er- und 80er-Jahren zirrhotische Leberveränderungen, die häufig tödlich endeten (Indian Childhood Cirrhosis).
In Deutschland starben in den 80er- und 90er-Jahren flaschengefütterte Babys an Kupfervergiftungen: Sie hatten Milch getrunken, die mit saurem Wasser aus privaten Brunnen verdünnt worden war. Dieses Wasser hatte sich in kupfernen Rohrleitungen und Boilern mit Kupfer beladen.
In Vermont verursachte der Genuss von kontaminiertem Trinkwasser auch bei Erwachsenen Intoxikationserscheinungen.
Die Folge aus all diesen Vorfällen:
Morbus Wilson ist eine sehr seltene genetische, also vererbte Erkrankung, bei der das kupfertansportierende Gen ATP7B mutiert ist, welches die Kupferausscheidung über die Gallengänge steuert. Dadurch verbleibt das mit der Nahrung aufgenommene Kupfer im Körper und wird hauptsächlich, besonders anfangs, in Leber und Hirn, später auch in allen anderen Organen gespeichert.
Weltweit ist etwa eine Person von 30.000 betroffen.
Folgende Symptome finden sich:
Zellschäden an der Leber
Schäden am ZNS und den peripheren Nervenzellen
Zittern
Koordinationsstörungen, Schwierigkeiten beim
Sprech- und Schluckstörungen
aus der Gehirnschädigung resultierende Verhaltensauffälligkeiten und Persönlichkeitsveränderungen wie
mangelnde Kontrolle von Emotionen – Wutausbrüche, Heulanfälle und manchmal bizarres Verhalten
Konzentrationsschwierigkeiten, z.B. verschlechtern sich bei Kindern die Noten in der Schule
Verlust des Kurzzeitgedächtnisse
Schlaflosigkeit
Depressionen
Verlangsamung
sehr typisch: eine grün-bräunliche Verfärbung rund um die Iris (Kupfereinlagerungen = der Kaiser-Fleischer-Ring)
Schäden an Niere, Herz, Uterus, Eierstöcken sind möglich
erhöhte Transaminasen (Leberwerte im Serum)
akutes Leberversagen und/oder chronische Leberzirrhose
das Transportprotein für Kupfer (Coeruloplasmin) ist im Serum erniedrigt
im CT sind die
Basalganglien verkleinert
Möchten Sie sich ein Auge mit Kayser-Fleischer-Kornealring einmal anschauen? Dann drücken Sie bitte den Button. Sie werden dann auf die Website der wilsonsdisease.org weitergeleitet:
Doch ein zusätzliches Problem kann auftreten. Je nachdem, wo mehr Kupfer gespeichert ist (Leber oder ZNS), können sich die Symptome wie auch Symptomkonstellationen sehr unterschiedlich zeigen. Während der eine bereits im Kindesalter einen Ikterus und eine Lebervergrößerung bekommt, fühlen andere sich „nur“ abgeschlagen und leiden möglicherweise erst als Erwachsene unter Bewegungsstörungen, Depressionen oder Händezittern.
Die Hände einer jungen Frau sind mal kalt + mal warm, mal blass + mal rot. Sie kann ihre Bewegungen eine längere Zeit schon nicht mehr durchgängig kontrollieren. Immer wieder mal hebt sich ihr Arm ganz plötzlich und unwillkürlich in die Luft, mal zittern ihre Hände unkontrollierbar, mal halten sie still, ihre Sprache ist verwaschen. An einem Tag kann sie sich gut konzentrieren, am nächsten nur sehr schlecht. Bewegung ist nur noch langsam + behäbig möglich. Auch beide Beine zittern. Ihre Muskeln sind verkrampft. Beim Schlucken hat sie Probleme.
All diese Veränderungen von einer lebensfrohen, schnellen jungen Frau hin zu diesem Zustand haben sich schleichend + etappenweise innerhalb von drei Jahren entwickelt.
Der Blick in die Augen jedoch lässt jeden Therapeuten sofort stutzen und den Verdacht erhärten: Die Iris beider Augen ist mit einem hellbraunen Ring umgeben.
Nun erfolgt die Diagnostik zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose.
Die Erkrankung selbst wird anhand der Klinik verdachtsdiagnostiziert und bestätigt mit der Analyse vom:
Ein Kupferüberschuss kann bei dieser Erkrankung auf verschiedene Arten diagnostiziert werden:
Aktivität von Diaminoxid im Serum
Superoxiddismutase (SOD) in den Erythrozyten
Leberbiopsie:
der Gehalt von Kupfer und SOD
das Ausmaß zirrhotischer Veränderungen
Ohne Therapie würden Erkrankte innerhalb weniger Jahren sterben. Eine kupferarme Diät allein, wie bei einer normalen akuten Kupfer-Überdosierung eines ansonsten gesunden Menschen, reicht hier nicht aus, um die gestörte Kupferbilanz auszugleichen. Und doch sollten Betroffene auch bei Morbus Wilson verzichten auf:
Schulmedizin erreicht mit den beiden Chelaten Penicillamin oder Trientin eine Bindung und Ausleitung des Kupfers über die Nieren. Dies ist nicht ganz ungefährlich, weil stark nebenwirkungsbehaftet. Der Patient wird streng überwacht. Es kann zu einem gravierenden Abfall der Blutzellen wie auch anderer lebensnotwendiger Minerale des Organismus kommen. Der Grund – Chelate binden im Organismus alle Metalle/Minerale in schwer wieder lösbaren Komplexen, nicht nur das eine überschüssige.
Gleichzeitig ist Penicillamin ein Immunsuppressivum, welches das Immunsystem in seiner Wirkungsweise stark hemmt. Weitere Nebenwirkungen sind schwere allergische Hautreaktionen, Geschmacksstörungen, Schleimhautulzerationen an Zunge + Wange, Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall. Eher selten zeigen sich Fieber, Sehstörungen und nicht erklärbare Blutungen oder Hämatome.
Sind Sie Morbus Wilson-Patient? Dann werden Sie diese Chelatbildner ein Leben lang immer wieder mal oder dauerhaft einnehmen müssen.
Trientin – der zweite Chelatbildner kann gelegentlich zu starken Entzündungen des Dünn- oder Dickdarms, der Niere, zu Hautausschlag, Anämie und Juckreiz führen. Häufig kommt es unter der Arznei zu Übelkeit und einer Senkung der Eisenkonzentration im Serum.
In der homöopathischen Therapie wird es weder Immunsuppression noch andere Nebenwirkungen geben. Manchmal können sich Durchfall oder Hautausschläge zeigen. Dies sind Ausscheidungsreaktionen einer Entgiftung. Die homöopathische Arznei wird ganz speziell, wie grundsätzlich bei allen homöopathischen Anwendungen auch, auf das falsch funktionierende System therapeutisch einwirken.
In der homöopathischen Fachliteratur finden sich über die letzten zwei Jahrhunderte einige therapierte Fälle, die anhand der Symptomatik heute sicher nachgewiesen als Morbus Wilson diagnostiziert würden. Damals jedoch gab es noch keine Blutuntersuchungen auf Blutbestandteile. Und so bleiben wir hier den sicheren Beweis schuldig.
Ein nachgewiesener, schriftlich dokumentierter, therapierter Fall jedoch existiert, der aufgrund der Schwere und der möglichen gravierenden Folgen dieser Erkrankung in Zusammenarbeit eines Homöopathen mit zwei Professoren einer Schweizer Universität durchgeführt wurde. Das Kind erhielt ausschließlich homöopathische Arzneimittel und ein Zinkpräparat. Innerhalb weniger Monate, also schneller als unter Chelattherapie, hatten sich die Leberwerte sowie Kupferwerte in Blut und Organen normalisiert, die neurologischen, psychiatrischen sowie Schwächesymptome zurückgebildet.
Es gibt Nahrungsergänzungsmittel, die Kupfer enthalten. Jeder von uns kann durch bewusste Wahl und Zusammenstellung der Nahrung die Kupferzufuhr erhöhen bzw. verringern und auch die Aufnahme verbessern oder blockieren.
Bei manchen Erkrankungen ist es wichtig, die Kontraindikationen für zu viel Kupferaufnahme zu kennen.
Wann und bei welchen Zuständen also sollten Sie Kupfer unter keinen Umständen zusätzlich einnehmen:
Morbus Wilson (erbliche Kupferspeicherkrankheit)
Migräne
Erkrankungen von Leber und Galle
Krebs
Koronararterielle Bypass-Operation
Viele schulmedizinische Medikamente zeigen Wechselwirkungen – mit anderen Medikamenten, mit Spurenelementen, mit Nahrungsmitteln… Für Sie selbst ist es wichtig zu wissen, was mit wem nicht kann. Doch die Masse an Wechselwirkungen scheint für den Laien schier unendlich. Und das scheint nicht nur so.
Aus diesem Grund ein paar Zeilen dazu hier:
Eine positive Wirkung kann die zusätzliche Kupfereinnahme über Nahrungsergänzungsmittel bei der Einnahme von NSAIDs, also nichtsteroidalen Anti-Rheumatika, die wörtlich übersetzt übrigens nichtsteriodale Entzündungshemmer heißen. Kupfer kann die Wirkung der NSAIDs verstärken und gleichzeitig das Risiko von Geschwüren verringern.
Eine negative Wirkung zeigt zusätzliche Kupfereinnahme bei der Einnahme von Ciprofloxacin, denn Kupfer kann die Aufnahme und Wirksamkeit von Ciprofloxacin verringern. Hier sollten Sie auf einen Einnahmeabstand von zwei Stunden zwischen beiden Präparaten achten.
Als Heilpraktikerin für Homöopathie bin ich selbstverständlich weder ein Freund von NSAIDs noch von Ciprofloxacin. Sollten Sie derzeit jedoch eines der beiden Medikamente einnehmen, ist es mir wichtig, dass Sie auch diesbezüglich gut informiert sind.
Nicht immer müssen Sie gleich zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Je nach Höhe Ihres Mangels kann eine Umstellung Ihres Ernährungsplans schon gute Ergebnisse erzielen.
Manch einer ist erstaunt: Was? Kupfer in Lebensmitteln?
Ja. Kupfer ist essentiell für unseren Organismus. Es ist, wie oben ausführlich erläutert, unabdingbarer Bestandteil für viele enzymatische und hormonelle Prozesse. Ein Leben ohne Kupfer ist nicht möglich. Und da nicht nur wir Menschen oder Tiere Kupfer benötigen, sondern auch Pflanzen ohne Kupfer nicht existieren können, ist Kupfer also auch in den Lebensmitteln vorhanden.
Interessant ist vielleicht noch, dass einige Pflanzen ein wenig mehr, andere ein wenig weniger mit Kupfer angereichert sind. Dies hängt von mehreren Faktoren ab, z.B.: Wieviel Kupfer benötigt die jeweilige Pflanze selbst für ein gutes Wachstum und speichert sie somit für schlechte Zeiten. Wie hoch oder niedrig ist der Kupfergehalt des Bodens, auf dem die Pflanze wächst. Ist also überhaupt etwas da zur Aufnahme und Speicherung? Ein Kriterium auch: Wurden kupferhaltige Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt?
Nicht immer kennen wir also den genauen Kupfergehalt unseres Lebensmittels. Und doch gibt es Pflanzen, die einfach von vornherein mehr Kupfer speichern. Diese wollen wir uns nun näher anschauen.
Pflanzen nehmen Kupfer über ihre Wurzeln aus dem Boden auf, in dem es regulär vorhanden ist. Jede Pflanze hat ihre ganz spezielle Menge, die sie benötigt für gutes Wachstum und Gedeihen. Somit finden wir einen unterschiedlich hohen Kupfergehalt in verschiedenen Pflanzen. Hinzu kommt der oben bereits erwähnte Einsatz von kupferhaltigem Dünger oder Pflanzenschutzmitteln, die den Kupfergehalt einer Pflanze verändern können.
Ein erhöhter Kupfergehalt findet sich naturgegeben z.B. in:
Kakao
Schokolade
Kaffee
Tee
Getreideprodukte
Nüssen (Cashewkerne, Paranüsse, Haselnuss, Walnuss, Erdnuss)
Ölsaaten
Weizenkeimen
Weizenkleie
Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, Sojabohnen, Saubohne, Erbse, Kidneybohne, weiße Bohne)
Hagebutte
Avocado
Meerrettich
Knoblauch
Bananen
Artischocke
Eigentlich ist es klar, in welchen tierischen Produkten viel Kupfer steckt. Gespeichtert wird Kupfer besonders in der Leber, ausgeschieden über die Niere, also finden wir Kupfer mit einem besonders hohen Gehalt in diesen beiden Organen. Doch es gibt noch mehr gut kupferhaltige tierische Lebensmittel:
Innereien wie Leber (Gänse, Kalb, Schwein) und Nieren
in einigen Käsesorten (Emmentaler)
Fisch (Forelle)
Schalen- und Krustentiere (Garnelen, Austern, Hummer)
Und auch hier muss wiederholt erwähnt werden, Tiere und gerade Kühe fressen Futter, das mit kupferhaltigem Dünger und Pflanzenschutzmittel behandelt wurde.
Erwähnenswert ist noch, dass Käse und Wurst oft in Kupferkesseln, -becken und -schalen hergestellt wird. Bei der Verarbeitung werden geringe Kupfermengen, besonders wenn die Lebensmittel gleichzeitig mit Säuren in Berührung kommen, aus dem Gefäß herausgelöst und gelangen so in die Lebensmittel.
Weiter oben habe ich geschrieben unter „Wussten Sie dies schon?“: In unserer Muttermilch ist in den ersten 6 Monaten der Kupfergehalt am höchsten… Und nun steht die Milch unter den kupferarmen Lebensmitteln. Wie passt das zusammen?
Eine Milchkuh gibt nach dem Kalben etwa 305 Tage ca. 31 Liter Milch pro Tag ab. Da wir gelernt haben, dass der Kupfergehalt in der Milch vom ersten Tag an bis zum 6. Monat hin kontinuiertlich abnimmt, dass Kälbchen zum Wachsen und Gedeihen wesentlich mehr Milch benötigt, als wir am Tag überhaupt je trinken könnten und der Kupfergehalt der Milch fürs Kälbchen natürlich so „berechnet“ ist, dass das Kälbchen weder zu viel noch zu wenig von dem heil- oder unheilbringenden Kupfer erhält, ist der Kupfer-Gehalt pro Liter Kuhmilch für uns Menschen natürlich viel zu gering, um daraus einen Nutzen zu ziehen. Somit gehört Kuhmilch für den Menschen zu den kupferarmen Lebensmitteln. Hinzu kommt, dass das heranwachsende Wesen, egal ob Kälbchen oder Säugling, während der Wachstumsphase im Uterus einen Puffer in der eigenen Leber aufgespeichert hat, von der es in seiner Wachstumsphase zehrt, da das Mutter“tier“ eben nicht die benötigten Mengen über die Milch zur Verfügung stellen kann, die es zum Wachstum braucht.
Der Kupfergehalt der Muttermilch ist etwa 3x so hoch (0,5 – 0,6 mg/l) als der der Kuhmilch (0,15 – 0,2 mg/l). Unabhängig von den größeren Eiweiß-Molekülen der Kuhmilch und dem damit verbunden Allergie-Potential von Kuhmilch für kleine Kinder, sehen wir, dass mit Kuhmilch aufwachsende Kinder auch ihre eigenen Kupferspeicher schneller leeren müssen und somit schneller Entwicklungsstörungen in jeder Hinsicht aufweisen können, als lange mit Muttermilch aufgewachsene Kinder.
In der Ziegenmilch hingegen befinden sich 0,35 mg/l Kupfer. Mit der Ziegenmilch bekommt der Säugling somit wenigsten zwei Drittel der benötigten Menge. Ziegenmilch eignet sich als Muttermilchersatz somit wesentlich besser als Kuhmilch. Vermutlich wird neben der Größe der Eiweißmoleküle die Zusammensetzung der Spurenelemente und Mineralien in Kuh- und Ziegenmilch für die unterschiedliche Verträglichkeit verantwortlich sein.
Zu den kupferarmen Lebensmitteln zählen somit:
Kuhmilch
Kuhmilchprodukte
ausgemahlene Mehle
Hähnchenfleisch
Papaya, Erdbeere, Apfelsine und Apfel
Zucchini, Kohlrabi, Karotte, Grünkohl, Brokkoli, Tomate
Zuckermais
Haben Sie Kupferleitungen in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung als Wasserleitung? Dann sollten Sie den pH-Wert des Wassers kontrollieren.
Ist das Wasser neutral bis leicht basisch, soll sich kein Kupfer aus den Rohren lösen. Anders sieht dies bei weichem, also kalkarmem und saurem Wasser aus. In diesem Fall enthält das Wasser hohe Kupferkonzentrationen.
So werden über das Trinkwasser teilweise bis zu 50 % der Gesamtkupferzufuhr aufgenommen. Besonders Säuglinge können von einer Überversorgung betroffen sein, wenn die Nahrung mit Leitungswasser aus Hausbrunnen mit Kupferleitungen hergestellt wird.
Kupfertöpfe, -pfannen, -schüsseln und -besteck werden uns nur dann gefährlich, wenn sie unbeschichtet sind. Solch Kochgeschirr sollten Sie besser meiden, ganz besonders dann, wenn Sie säurehaltige Lebensmittel/Gerichte und/oder mit höheren Temperaturen kochen möchten und/oder die Kochzeit etwas länger wird.
Nach 24 DIN-A4-Seiten über Kupfer und seine Bedeutung im Allgemeinen, in der Industrie, in der Zeitgeschichte und in unserem Organismus, wobei dies nur ein kurzer und oberflächlicher Abriss dessen ist, was es zu Kupfer gerade als Spurenelement in unserem Körper und auch als Material Metall in der Umwelt und als Gebrauchsgegenstand, in der Kunst und in der Pflanzenwelt noch anzuführen gäbe, komme ich nun zum Wichtigsten – zur Anwendung von Kupfer in der Homöopathie.
Wenn Sie all diese Seiten durchgelesen haben, dann verstehen Sie jetzt die enorme Wichtigkeit von Kupfer für jedwedes Leben und somit auch die enorme Wichtigkeit des Kupfers als homöopathische Arznei.
Wenn wir uns ansehen, für welche Körperprozesse Kupfer existentiell relevant ist, welche Zustände und Krankheiten ein Mangel wie auch ein Überschuss erzeugen kann, dann wissen wir auch, wo es eventuell therapeutischen Einfluss haben wird.
Warum das Wort „eventuell“?
Weil all diese hier beschriebenen Körper-Prozesse auch von anderen Spurenelementen, Hormonen, Enzymen… abhängig sind und dieselben Symptome erzeugen können und somit auch völlig andere homöopathische Arzneien benötigt werden können. UND, weil eine Indikation für die Arznei Cuprum metallicum nicht davon abhängt, ob tatsächlich ein (nachgewiesener) Kupfermangel im Organismus besteht… Willkommen in der Wissenschaft der Homöopathie 🙂
Bei welchen Zuständen und Erkrankungen kann Cuprum nun also wirksam werden?
Eine der wichtigsten Einsatzgebiete ist selbstverständlich die Kupfer-Speicher-Krankheit Morbus Wilson. Hier haben wir es mit einer Unfähigkeit des Organismus zu tun, Kupfer auszuscheiden. Alles wird in Geweben abgelagert und erzeugt gravierende Organschäden. Diese Menschen sterben früh, wenn ihnen nicht geholfen wird. Wir haben gesehen, dass Chelattherapie gravierende Nebenwirkungen erzeugt, weil sie nicht nur Kupfer, sondern auch andere Spurenelemente aus dem Organismus filtert und die Funktionsfähigkeit des Immunsystems herabsetzt.
Auch und gerade in der Homöopathie rate ich Ihnen dringend, die Erkrankung M. Wilson, wie auch den „einfachen“ Kupfermangel oder -überschuss von einem homöopathischen Fachmann – Arzt oder Heilpraktiker – therapieren zu lassen.
Für folgende weitere Symptome, Zustände und Erkrankungen kann Cuprum metallicum das Therapeutikum sein:
Chorea durch Schreck
Epilepsie
Fadenwürmer, Spulwürmer, Bandwürmer
Scharlach ohne Hautausschlag
exzessives Erbrechen
Stupor und
Konvulsionen
Meningitis
Zungenlähmung
Stottern
Magenkrämpfe + Diarrhoe
Cholera mit Krämpfen im Bauch und den Waden
spasmodisches Asthma
Keuchhusten mit Glottisspasmen
Angina pectoris mit asthmaähnlicher Symptomatik
Herzverfettung
Psoriasis
Lepra
Gelbfieber
Typhus
Anämie
Kraftlosigkeit nach überstandener Krankheit
Schock durch Verletzung
rheumatische Schmerzen
Lähmungen
lokomotorische Ataxie
Tetanus und andere Starrkrämpfe
Kontrakturen von Muskeln und Sehnen
Schwangerschafts-Eklampsie
Opisthotonus, auch bei Säuglingen
Folgen von Kopfverletzung
Folgen von Schlafmangel
Schlaflosigkeit oder Schlafsucht
Neuralgien
Erysipel
Gangrän
Morbus Raynaud
Versteifung des Schultergelenks
fettige Degeneration des Herzens
Hypertonie
Störungen des Reizleitungssystems des Herzens
Brustkrebs bei anämischen und korpulenten Personen
Pleuritis
Lungenlähmung
Pneumonie
Krupp
Diabetes mellitus
Konvulsionen, verursacht durch Urämie
Gallensteine
Hepatitis bis zur Leberzirrhose
Verhärtungen der Mesenterialdrüsen
Gastritis
Pylorusstenose – Erbrechen im Strahl und hohen Bogen
Morbus Basedow
Tonsillitis
Zähneknirschen bei Hirnerkrankungen
Trigeminusneuralgie
Schwerhörigkeit, auch Taubheit
Schielen
Nystagmus
Hornhautgeschwüre
plötzliche Blindheit als Folge einer Augenentzündung
Entzündungen der Knochenhaut
Apoplex
Hydrocephalus
Migräne, auch „nur“ Kopfschmerzen
Schwindelanfälle
Depression oder Aggression mit starken Tobsuchtsanfällen
Tollwut
verschiedene Persönlichkeitsstörungen
Demenz
Workaholic oder Abneigung gegen Arbeit
Oft sind es ernst und finster dreinblickende Menschen mit hochrotem oder bläulichem Gesicht.
Bei all diesen Zuständen und Erkrankungen findet sich eine große Erschöpfung oder eine unermüdliche Energie, die nie zu versiegen scheint, somit kann Cuprum auch eine Arznei für ADHS sein.
…aus meiner Praxis mit einem leichten Kupfer-Mangelzustand: Ein Patient, der körperlich sehr schwer im Dreischichtsystem arbeitete und somit einen erhöhten Kupferverbrauch im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung hat, kam zu mir. Er gab Erschöpfung, Vergesslichkeit, Müdigkeit und Muskelschwäche an, welche er selbst der Erschöpfung zuordnete. Gleichzeitig fühlte er sich innerlich unruhig und seine Umgebung gab ihm die Rückmeldung, dass er weniger gut gelaunt und öfter missgestimmt sei, als sie dies früher von ihm kannten.
Als Diagnostik wurde der Vitamin- und Mineralstatus im Vollblut neben den allgemein gängigen klinischen Parametern und einem Differenzialblutbild untersucht. Es zeigten sich Defizite beim Vitamin D, B6 wie auch beim Kupfer. LDL-Cholesterin und die Triglyceride waren erhöht.
Als Therapie wurde die Ernährung bewusst in Richtung guter Kupferlieferanten angepasst, von denen viele gleichzeitg auch gute Vitamin B6-Lieferanten sind. Für den Vitamin D-Mangel erhielt der Patient ein sehr gutes Vitamin D3 + K2-Präparat. Der Patient wurde klassisch homöopathisch therapiert mit Arzneien wie Zincum metallicum und Calcium phosphoricum, immer wieder Gaben von Cortisonum als Zwischenarznei, später dann Sulfur, so dass er innerhalb eines Monats wieder an Kraft und Energie gewann, innerhalb eines halben Jahres alle Blutwerte im Normbereich lagen und er sich mental, emotional, körperlich und bzgl. seiner Kräfte wieder wohl fühlte.
Der Patient wird weiter klassisch homöopathisch therapiert.
Es steht eine homöopathische Amalgam-Therapie an sowie die Therapie weiterer chronischer gesundheitlicher Beschwerden.
https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schwermetalle/kupfer/index.htm#vorkommen
https://biologie-seite.de/Biologie/Kupferzeit
https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schwermetalle/kupfer/index.htm
https://flexikon.doccheck.com/de/Kupfer
https://flexikon.doccheck.com/de/Superoxiddismutase
https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/cytochromoxidase/16536
https://www.pschyrembel.de/Monoaminooxidase/K0EEP
https://www.orthomol.com/de-de/ernaehrung/naehrstoffe/kupfer
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https://www.apollohospitals.com/de/diseases-and-conditions/menkes-disease
https://www.orthoknowledge.eu/naehrstoffe/kupfer
https://www.vitalstoff-lexikon.de/VitamineA-C-D-E-K/Vitamin-C/Interaktionen
https://de.typology.com/magazin/wie-wird-kupfer-verwendet#chapter-2
https://flexikon.doccheck.com/de/Kupfermangel
https://www.herder.de/wbg-magazine/aktuelles/2023/aelter-als-die-grosssteingraeber-steinzeitliches-kupfer-in-mecklenburg-vorpommern/
diverse homöopathische Arzneimittellehren
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Penicillamin_450
Leaflet (DE)-2.pdf
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Trientin
https://flexikon.doccheck.com › de › Menkes-Syndrom
https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/tier/rinder/gibt-die-kuh-auch-ohne-kalb-milch
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/medizin1-01-2005/
https://www.still-lexikon.de/nahrungsergaenzungen-in-der-stillzeit-meist-unnoetig-und-ueberdosiert/
https://link.springer.com/article/10.1007/BF01735218
https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/M021000/Ziegenmilch/
https://flexikon.doccheck.com/de/Menkes-Syndrom
https://www.apollohospitals.com/de/diseases-and-conditions/menkes-disease
https://www.dr-schmiedel.de/serotonin/
https://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=5162