Silvester mal aus anderer Sicht -

Was tun bei Verbrennungen, Knallkörperverletzung und akuter Alkoholvergiftung?

Leichte bis mittelschwere Verbrennungen selbst behandeln

Was, wenn ich mich am Backofen oder der Pfanne verbrannt habe?

Was, wenn ich mich am Streichholz oder der Kerze verbrannt habe? Oder das neue Fondue-Set schlägt plötzlich Flammen?

Was, wenn unser kleiner 2jähriger Nachwuchs mal geschaut hat, was das mit dem großen Ding auf sich hat, von dem das tolle Essen aus den schönen bunten Töpfen immer kommt?

Was, wenn die gefüllte Kaffeetasse zu interessant war?

Was macht man in diesen Momenten unmittelbar nach der Verbrennung? Also als Notfallversorgung?

„Körperteil unter kaltes Wasser halten.“ – Die Info, die wir überall erhalten, wenn es um Verbrennungen ersten und zweiten Grades geht.

Was jedoch, wenn diese Vorgehensweise falsch ist? Wenn sie mehr Schaden, Schmerzen und Folgeversorgung verursacht, als notwendig? Sie glauben mir nicht, weil jeder Arzt und Notfallhelfer, vermutlich auch fast jeder Heilpraktiker und auch Oma, Opa, Mutti und Vati, Lehrer, Erzieher… alle sagen dasselbe? Na, dann lesen Sie doch einfach mal weiter und lassen sich überraschen…

Schauen wir einem Koch über die Schulter. Einem Menschen, der den ganzen Arbeitstag mit Feuer, heißen Backöfen, heißen Herdplatten, heißen Pfannen und Töpfen… zu tun hat. Glauben Sie, der verbrennt sich nie? Pustekuchen… Auch der verbrennt sich. Nur hat er nicht die Zeit sich stundenlang mit seiner Wunde zu beschäftigen, denn der Gast vorne im Lokal möchte lecker essen. Was macht der Koch also? Er kocht weiter, über seinem heißen Herd, die verbrannte Stelle immer schön in der aufsteigenden Hitze. Und was stellt der Koch am Ende des Abends fest? Nix zu sehen, weder eine Brandblase noch eine Rötung der Stelle!

Was ist hier passiert?

Der Koch therapierte sich unwissentlich homöopathisch. Er heilte Gleiches mit Gleichem. Eigentlich heißt es ja: Ähnliches mit Ähnlichem heilen, doch auch Gleiches mit Gleichem geht manchmal.

Wenn Sie sich also das nächste Mal eine Verbrennung zugezogen haben, bei der die Haut noch als kompaktes Ganzes die Wunde bedeckt, dann laufen Sie diesmal nirgendwo hin, sondern bleiben am Herd oder der Kerze oder dem Ofen stehen und bringen Ihre schmerzhaft verbrannte Körperstelle so dicht als irgend möglich an die Hitzequelle und verweilen dort, bis es nicht mehr erträglich ist. Dies wiederholen Sie solange, bis sie immer dichter und/oder länger an die Hitzequelle herankönnen unter immer geringerem Schmerzempfinden. Meist ist dies nach dem 5. oder 6. Mal der Fall.

Wenn Sie merken, dass es wieder zu zwirbeln und zu zwicken und zu brennen beginnt in der Wunde, dann wiederholen Sie dies Spiel. Natürlich passen Sie bitte auf, dass Sie KEIN zweites Mal die Hitzequelle direkt berühren. 

Im Allgemeinen entwickelt sich durch dieses Vorgehen nicht einmal eine Blase, oft vergeht die Rötung entweder sofort oder bereits nach ein paar Stunden, je nach Intensität der Verbrennung.

Sollte es einmal doch zu intensiv gewesen sein und selbst nach der dritten Hitzeanwendung (á 5-6 x Hitzequellenannäherung) stellt sich keine bis kaum Verbesserung ein, nehmen Sie 5 Globuli Cantharis D12, C12 oder C30 auf die Zunge, welches Sie im Wasserglas (150 ml H2O + 5 Globuli – vor jeder Einnahme 10x kräftig mit einem Plastiklöffel durchschlagen) bei Bedarf wiederholen können.

Soviel zu den leichteren Verbrennungen

Doch wie verhält es sich bei starken Verbrennungen oder Knallkörperschäden mit Substanzverlust?

Als Erstes: Was ist Substanzverlust? Substanzverlust ist eine offene Wunde, also eine Verbrennung, bei der die Haut beschädigt wird und teilweise verloren geht, manchmal gar bis hin zu Muskelfleisch.

Das alles möchten Sie gar nicht lesen? Naja, kann ich verstehen. Wer die Medizin nicht liebt, der beschäftigt sich selten gerne mit der Vorstellung von Wunden und locker flatterdem Fleisch. Doch ist es nicht besser, sich im Vorfeld mit etwas zu beschäftigen, das zu einem geringen Prozentsatz möglich ist, dass es eintritt, um dann bestmöglich vorbereitet zu sein? Oder gehören Sie zu den Menschen, die glauben, immer noch genügend Zeit zu haben, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, sich mit möglichen Rettungsvarianten auseinander zu setzen…? In diesem Fall rücken Sie bitte vor auf die nächste Überschrift.

Für alle anderen:

Verbrennungen mit Substanzverlust und solche durch Sprengkörper verursacht mit Substanzeinbrand, müssen selbstverständlich vom Notarzt versorgt werden. Hier wird Fremdgewebe (Sprengkörpersubstrat) und verbranntes Gewebe abgetragen, bevor die Wunde heilen kann.

Entfernen Sie nichts eigenständig! Belassen Sie evtl. eingebrannte Kleidung in der Wunde! Unterlassen Sie es, die Wunde mit Tüchern oder Gaze abzudecken. Blutet eine Stelle der Wunde einfach massivst, sollten Sie vorsorglich an dieser Stelle mit einer sterilen, noch aufgewickelten  Binde + Ihrem Daumen oder Ihrer Faust die Binde in die blutende Stelle drücken, um zu große Blutverluste zu vermeiden. Vorsicht ist geboten, wenn sich an dieser Stelle metallene oder andere Splitterteile befinden.

Rufen Sie sofort den Notarzt oder schaffen den Verletzten, wenn noch gehfähig, selbst sofort in eine Notfallaufnahme! Denken Sie immer daran: An Silvester sind die Rettungsdienste überlastet! Und denken Sie an Ihre Promille im Blut! Sind Sie noch fahrtauglich?

Nach Notruf und Erstversorgung können Sie sich bereits selbst helfen, indem Sie 5 Globuli Arnica D12 oder C30 auf die Zunge legen. Arnica wirkt Wundödem-abschwellend, entzündungshemmend, schmerzstillend und verringert eventuelle Blutungen.

Wenn Sie wünschen, dass Ihre Brandwunde nach einer solchen Aktion narbenreduziert bis narbenfrei abheilt, melden Sie sich nach Erstversorgung durch den Notarzt gerne bei mir.

Selbstverständlich hoffe ich inständig, dass Ihnen all das erspart bleibt, wie vermutlich jedes Silvester und Sie froh und munter und vor allem lustig beschwingt Ihr Fest feiern können. In diesem Sinne: Prost! Wobei wir bei Thema zwei sind:

Was, wenn Sie einfach zu viel getrunken haben? Es ist ja Silvester…

Dann können Sie sich im Akutfall ein wenig selbst behelfen, indem Sie entweder am selben Abend, bevor Sie ins Bett gehen, oder am nächsten Morgen oder gar in beiden Fällen Nux vomica D12 einnehmen. Dieses Mittel hilft gegen eine akute Überdosierung mit Alkohol, wie auch gegen den Kater am nächsten Morgen. Sie unterstützen auf diese Weise Ihre Leber bei der Alkoholverarbeitung und entlasten sie.

Besser ist jedoch, nur soviel zu trinken, dass Sie am Abend keine gravierende Beeinträchtigung durch den Alkoholgenuss haben und am nächsten Morgen ohne „Kater“ erwachen. Beides Zeichen dafür, dass dies eine Alkoholmenge war, die Ihre Leber in der Lage ist, zu verarbeiten.

Und jetzt? Genießen Sie Ihr Silvester-Fest! Denken Sie nur an schöne Dinge, mit den möglichen negativen haben Sie sich nun im Vorfeld ausreichend befasst und können dies bei Bedarf aus Ihrem Kurzzeitgedächtnis abrufen. Also Prost und einen guten Rutsch!

Ach – noch eins: Knallern Sie, was das Zeug hält! Feuerwerks-Raketen, Böller, Feuerwerks-Batterien… Ein einziger Vulkan versaut mit einem einzigen kleinen „Pups“-Wölkchen mehr die Co2-Bilanz unseres Planeten, als alle Feuerwerkskörper zusammen auf der ganzen Welt an Silvester!

Also, selbst wer bio-ökologisch denkt und handelt, darf Silvester mit reinem Gewissen in vollen Zügen genießen! Viel Freude dabei!